Wie kann man besser verpacken?

Als Marke, die (fast) ausschließlich im Internet verkauft, verschicken wir jede Menge Pakete. Und auch wenn es im Allgemeinen umweltfreundlicher ist, online einzukaufen als im Laden, wollten wir verstehen und die Verpackung wählen, die so wenig wie möglich belastet.

Um ihre Umweltauswirkungen zu untersuchen, haben wir die verschiedenen möglichen Verpackungen anhand zweier Hauptkriterien verglichen:

  1. Die Treibhausgasemissionen, die zur Erderwärmung beitragen
  2. Die Abfallerzeugung, die Erde und Ozeane verschmutzt

Natürlich gibt es noch weitere Kriterien wie den Wasserverbrauch, die Versauerung des Regens, die Feinstaubemissionen, die Erzeugung giftiger Partikel … Das sind wichtige Kriterien, die wir aber in dieser ersten Studie nicht berücksichtigt haben.

1- Die Kraftpapier-Verpackung (die, für die wir uns entschieden haben 💙)

Kraftpapier-Verpackung von Loom

Treibhausgasemissionen

Um Karton herzustellen, muss man (breaking news) Bäume fällen. Danach muss man sie transportieren und zu Holzbrei verarbeiten, der wiederum gepresst, getrocknet und dann zwischen Stahlwalzen zusammengedrückt wird. Das verbraucht Energie und stößt daher zwangsläufig Treibhausgase aus (rund 964 kg CO2-Äquivalent pro Tonne).

Aber eine gute Nachricht: Man kann Bäume aus nachhaltigen Wäldern wählen (das haben wir für unsere FSC-zertifizierte Verpackung getan). Anders gesagt: Für jeden gefällten Baum wachsen mehrere nach. Und Bäume sind noch immer die beste Lösung, die wir gefunden haben, um CO2 aus der Atmosphäre zu binden. Das Ergebnis: Laut dem schwedischen Umweltforschungsinstitut binden nachhaltige Wälder 730 kg CO2-Äquivalent pro Tonne.

Und schließlich verschwindet eine Verpackung aus Kraftkarton nicht per Zauberstab, nachdem sie einmal benutzt wurde. Um ihren CO2-Fußabdruck zu berechnen, muss man also auch ihr Lebensende berücksichtigen, wenn das im Karton gespeicherte CO2 durch Verbrennung oder Zersetzung auf der Deponie wieder in die Atmosphäre freigesetzt wird. Zweite gute Nachricht: In Frankreich werden Kartons zu 80 % recycelt, was die Emissionen also ziemlich begrenzt. Kurz gesagt: Um den gesamten CO2-Fußabdruck von Karton von der Wiege bis zur Bahre zu berechnen, muss man „nur“ 163 kg CO2-Äquivalent pro Tonne. hinzurechnen.

Wenn man am Ende all das zusammenzählt, beträgt der CO2-Fußabdruck unserer Kraftpapier-Verpackung 15 Gramm CO2-Äquivalent, also zum Beispiel viermal weniger als bei einer klassischen Kunststoffverpackung.

Abfallerzeugung

In Frankreich werden 13 % der Kartons auf Deponien vergraben. Das ist relativ wenig, aber immer noch zu viel. Denn auf offenen Deponien besteht die Gefahr, dass leichte Bestandteile wegfliegen und in den Ozeanen landen. Zum Glück können sich Kartons anders als Kunststoffe innerhalb weniger Jahre natürlich biologisch abbauen.


2- Die Kunststoffverpackung

Treibhausgasemissionen

Im Allgemeinen ist die Verpackung, die du erhältst, wenn du ein Kleidungsstück bestellst, ein Kunststoffbeutel aus LDPE: Polyethylen niedriger Dichte. Also weicher Kunststoff. Wie beim Karton verbraucht seine Herstellung Energie, was 1870 kg CO2-Äquivalent pro Tonne Treibhausgase ausstößt, deutlich mehr als Karton (auch wenn die Verpackungen in der Regel leichter sind).

Das eigentliche Problem zeigt sich aber, wenn man das Lebensende von Kunststoffverpackungen betrachtet. Denn es gibt drei Möglichkeiten für deinen Kunststoffbeutel:

  1. Verbrennung (32 % der Kunststoffe in Frankreich): Beim Verbrennen wird das gesamte CO2, das seit Millionen Jahren im Erdöl gebunden war, aus dem er besteht, in die Atmosphäre freigesetzt. Wir reden hier immerhin von 3384 kg CO2-Äquivalent pro Tonne. Ziehen wir trotzdem 1000 kg pro Tonne ab, die mit der Energieerzeugung durch die Verbrennung verbunden sind. Am Ende hat dein 15 Gramm schwerer Kunststoffbeutel 65 Gramm CO2 ausgestoßen, also viermal mehr als der Kraftpapierbeutel.
  2. Deponierung (58 % der Kunststoffe in Frankreich): Wie wir weiter oben geschrieben haben, besteht die Gefahr, dass der Kunststoffbeutel von einer offenen Deponie wegfliegt und in den Ozeanen landet. Im besten Fall landen die abgebauten Kunststoffe im Untergrund … Es sei denn, man verbrennt sie am Ende doch noch … Zurück zu Fall Nr. 1.
  3. Recycling (10 % der Kunststoffe in Frankreich): Anders als die Verpackungen, die du in die gelbe Tonne werfen kannst, lässt sich LDPE-Kunststoff nur schwer recyceln, unter anderem weil der Vorgang sehr teuer ist. Nur bestimmte LDPE, die von anderen Abfällen getrennt sind, wenn sie zum Beispiel in Fabriken gesammelt werden, können recycelt werden. Das kann also nie eine Lösung sein. Im Gegenteil: Von recycelbarem Kunststoff zu sprechen, kann uns in einer gefährlichen Illusion halten und uns glauben lassen, dass wir mit diesen Konsummustern weitermachen können (hier gibt es übrigens einen tollen Artikel, der tiefer auf dieses Thema eingeht)

Abfallerzeugung

Wir haben es dir im vorigen Absatz erzählt: 58 % der Kunststoffe in Frankreich landen auf Deponien und dann manchmal in den Ozeanen, wo sie Millionen Jahre brauchen, um sich abzubauen. In der Zwischenzeit besteht ein Risiko der Gewässerverunreinigung und der Aufnahme durch die Unterwasserfauna …oder durch dich selbst: 90 % der Speisesalze enthalten ebenfalls Mikroplastik.

Kunststoffverpackungen

Versetz dich mal in eine Schildkröte, die richtig Lust auf Qualle hat …

3- Die biologisch abbaubare Kunststoffverpackung

Seit einigen Jahren gibt es sogenannte „oxo-biologisch abbaubare“ Kunststoffverpackungen, die oft einfach nur „biologisch abbaubar“ genannt werden. Ihr Name passt eher schlecht zu ihnen …

Treibhausgasemissionen

Die sogenannten „biologisch abbaubaren“ Kunststoffe sind in Wirklichkeit klassische Kunststoffe aus Erdöl, denen man einige chemische Zusatzstoffe beigemischt hat, damit sie sich leichter zersetzen. Die Treibhausgasemissionen sind also genau dieselben wie bei klassischem Kunststoff.

Abfallerzeugung

Und genau da liegt das Problem: Diese Kunststoffe sind nur unter bestimmten Bedingungen biologisch abbaubar, insbesondere bei Temperaturen über 50 °C. Das erfordert eine eigene Recyclingkette, die es in Frankreich heute nicht gibt. Im Gegenteil, es macht das Recycling sogar schwieriger, und die Zusatzstoffe stellen eine Gefahr für die Umwelt dar.


4- Die biobasierte Kunststoffverpackung

Es gibt außerdem immer mehr sogenannte „biobasierte“ Verpackungen, das heißt aus pflanzlichen und damit nicht fossilen Rohstoffen: Zuckerrohr für das green polyethylene zum Beispiel, Mais für das PLA usw. Diese biobasierten Kunststoffe stecken noch in den Kinderschuhen (es gibt insbesondere Herausforderungen rund um den Einsatz von Pestiziden, den Wasserverbrauch, die Nutzung von Ackerland, die Eutrophierung, vgl. Studie hier).

Treibhausgasemissionen

Berechnet man einen CO2-Fußabdruck „von der Wiege bis zur Bahre“, sind biobasierte Kunststoffverpackungen sehr interessant, nahe an einer neutralen CO2-Bilanz. Denn wie beim Karton ist der Rohstoff pflanzlich und bindet daher CO2, wenn die Pflanzen nachwachsen.

Abfallerzeugung

Biokunststoffe wie green polyethylene haben genau dieselbe chemische Zusammensetzung wie ihr fossiles Pendant. Technisch gesehen können sie also dieselben Abfallprobleme verursachen …


5- Die wiederverwendbare Kunststoffverpackung

Einige Unternehmen bieten Online-Händlern wiederverwendbare Kunststoffbeutel an. Im Grunde schickst du deine Verpackung zurück, indem du sie in irgendeinen Briefkasten wirfst, sie holen sie ab, reinigen sie und schicken sie zurück in unser Lager. Eine Art Pfandsystem für den E-Commerce, auf den ersten Blick recht verlockend.

Treibhausgasemissionen

Laut einem dieser Unternehmen liegt die durchschnittliche Nutzungsdauer eines Kunststoffbeutels bei 20 Verwendungen. Der wiederverwendbare Beutel würde in dieser Zeit 1110 Gramm CO2-Äquivalent ausstoßen, insbesondere wegen der vielen Hin- und Rückfahrten per Lkw, um den Beutel zurück zum Aufbereitungszentrum zu bringen. Um die Emissionen am Lebensende zu berechnen, kann man (zur Vereinfachung) davon ausgehen, dass es keine gibt: Beschädigte Verpackungen werden nämlich in den Aufbereitungszentren upgecycelt, und Verpackungen, die (weil vergessen) bei den Kund:innen bleiben, können für andere Zwecke wiederverwendet werden.

Also mit 1110 Gramm CO2-Äquivalent für 20 Verwendungen ist das besser als ein klassischer LDPE-Beutel zum einmaligen Gebrauch (20*65 = 1300 Gramm CO2-Äquivalent), aber deutlich höher als unser Kraftpapierbeutel (20*15 = 300 Gramm CO2-Äquivalent).

Abfallerzeugung

Das ist der Zauber des Pfandsystems: kein Abfall während 20 Verwendungen …


6- Gar keine Verpackung

Ja, du kannst auch Kleidung im Laden kaufen und die angebotene Wegwerftüte ablehnen … nur ist es so: Anders als man denken könnte, verdreifacht der Einkauf im Laden im Schnitt die Treibhausgasemissionen. Das hängt vor allem mit dem Fahrzeug zusammen, das du benutzt, also kein Problem, wenn du mit dem Fahrrad oder der U-Bahn hinfährst :)


Fazit


Am Ende:

- Bei den Treibhausgasemissionen stößt unsere Kraftpapier-Verpackung 15 g CO2-Äquivalent aus, viermal weniger als klassische, biologisch abbaubare oder wiederverwendbare Kunststoffverpackungen.

- Bei der Abfallerzeugung ist sie nicht perfekt, aber sie belastet Wälder und Ozeane weniger wahrscheinlich als ihre Pendants aus Kunststoff.

Sie schneidet gar nicht so schlecht ab. Aber uns ist bewusst, dass sie auch nicht perfekt ist. Denn auch wenn sie ein bisschen weniger belastet als die anderen, belastet sie – wie jedes hergestellte Produkt – eben doch. Also ändern wir unsere Haltung nicht: Bevor du etwas kaufst … überleg es dir zweimal!